3 Fragen




Dr. Carlo Conti, Vorsteher des Sanitätsdepartements Basel-Stadt


Ohne Migrantinnen und Migranten würde das Schweizer Gesundheitswesen nicht funktionieren. Nehmen wir an, Sie hätten die Möglichkeit, direkt zu diesen Leuten zu sprechen: Was würden Sie ihnen sagen?
Tatsächlich ist es so, dass in den Spitälern und Pflegeheimen ohne unsere ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein geordneter Betrieb kaum mehr möglich wäre. Dank ihrer Mitarbeit in verschiedensten Funktionen stellen sie nicht nur die Gesundheitsversorgung sicher, sondern leisten auch einen Beitrag zur gelebten Integration von Ausländerinnen und Ausländern.

Die Pflegeberufe sind bei Schweizerinnen und Schweizern nicht besonders beliebt: Es gibt viele Klagen wegen Überstunden und Unterbezahlung. Gleichzeitig dreht sich im Gesundheitswesen die Kostenspirale. Wie lässt sich dieses Problem lösen?
Diese Aussage stimmt so nicht. Es gibt viele Leute, die den Pflegeberuf aus Überzeugung wählen und mit grossem Engagement ausüben. Allerdings trifft zu, dass der Arbeitsdruck auf das Personal besonders im Akutbereich in den letzten Jahren enorm zugenommen hat. Ich bin mir dessen sehr bewusst. Zutreffend ist aber auch, dass es die Pflicht der Regierung ist - nebst der Forderung nach einer guten Qualität -, darauf zu achten, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Patentlösungen gibt es nicht. Die Spitäler sind jedoch gefordert, optimale Lösungen zu erarbeiten, beispielsweise durch eine Entlastung der Pflegenden im administrativen Bereich und eine Optimierung der Arbeitsabläufe.

Ihre Vorfahren kommen aus dem Tessin, waren also in gewissem Sinne auch Migranten. Wie kam Ihre Familie nach Basel?
Ich selbst stamme aus Croglio im Tessin. Meine Eltern haben sich in Basel kennen gelernt und ich bin hier aufgewachsen.

zurückblättern
blättern