 |
 |
 Als ehemaliger Polizist und dreifacher Familienvater fühlt sich Gerold Dünki
bestens qualifiziert, an den Spielen für Sicherheit zu sorgen. Wie er dabei vorgeht,
erklärt er im Interview.

Sicherheitsverantwortlicher Gerold Dünki
Migrationszeitung: Der FCB hat Sie vor einem halben Jahr zu seinem Sicherheitschef ernannt. Was beinhaltet
dieser Job?
Gerold Dünki: Ich bin für die Sicherheit an Heim- und Auswärtsspielen verantwortlich, wobei
wir bei Heimspielen mit den Stewards der Stadionbetreiberin Basel United zusammenarbeiten.
Nebenbei sind Sie selbstständiger Informatiker, früher waren Sie Polizist. Wie
weit müssen Sie sich von ihrer ehemaligen Funktion abgrenzen?
Ich werde eigentlich nicht damit konfrontiert, doch es ist von Vorteil, dass ich den
Polizeiapparat kenne.
Was heisst für Sie «positive Fankultur»?
Für mich gehört alles dazu, was die Regeln nicht verletzt und dem Verein nicht
schadet. Choreografien beispielsweise, Sprechchöre, Fahnen oder Gesang. In Basel
haben wir schon eine positive Fankultur, das sieht man an der Stimmung.
Können Sie als Sicherheitschef darauf Einfluss nehmen?
Zum Teil schon. Meine Aufgabe ist es unter anderem, zu schauen, dass keine bengalischen
Fackeln abgebrannt werden und es zu keinen Ausschreitungen kommt. Darauf kann ich Einfluss
nehmen, indem ich mit den Leuten rede, auf sie zugehe. Das kommt oft vor, etwa, wenn ich
mit dem Zug an Auswärtsspiele fahre. So lernen mich die Fans auch als Menschen
kennen.
Haben Sie Erfahrung im Bereich Jugendarbeit oder wurden Sie entsprechend geschult?
Als dreifacher Vater habe ich schon etwas Erfahrung in diesem Bereich. Und als ich noch
bei der Polizei war, hatte ich auch mit Jugendlichen zu tun. Speziell geschult wurde ich
für meinen Job beim FCB aber nicht.
Für viele Fans gelten Sie als Repressionsinstrument. Die in Ihrem Namen von über
50 Fans geforderte Absichtserklärung hat Sie auch nicht beliebter gemacht. Wollen Sie
beliebt sein?
Ich muss nicht beliebt sein, doch es wäre schön, akzeptiert zu sein. Ich habe
schon viele positive Gespräche mit einzelnen Fans oder Fangruppen geführt. Dabei
haben wir unter anderem diesen Brief ad acta gelegt.
Gigi Oeri hat Sie einst an einer Pressekonferenz aufgefordert, sich zu erheben.
Vermutlich, um zu zeigen, dass nun ein weiterer starker Mann in den Diensten des FCB
steht. Somit wurden Sie automatisch in die Rolle eines Terminators gedrängt.
Mögen Sie diese Rolle?
Ich sehe mich nicht als Terminator. Sondern es ist einfach mein Glück oder Pech, dass
ich diesen Körper habe. Es gehört auch nicht zu meiner Aufgabe, Bodyguard zu
spielen: Ich bin zwar vor Ort, gleichzeitig aber überzeugt, dass ich selber nie
involviert sein werde, wenn Gewalt angewendet wird. In solchen Situationen biete ich
andere Leute auf, die dann dazwischen gehen.
Martina Rutschmann
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|