Rassistische Vorfälle in der Schweiz

Zusammenfassung: 2001
Anmerkung: Bei Vorliegen mehrerer Tatbestände wurde nur der gravierendste gezählt. Januar bis September 2001



Mendrisio TI, 26. Januar 2001

Kurz vor Mitternacht fahren Unbekannte mit zwei oder drei Autos bei einem Lagerplatz für Fahrende vor, auf dem rund ein Dutzend Wohnwagen italienischer Roma stehen. Die Unbekannten werfen einen Molotowcocktail inmitten der abgestellten Wagen und verschwinden wieder.

Zürich, Ende Januar 2001
Nach einem Zeitungsbericht über seine gewerkschaftliche Arbeit erhält Klaus Rozsa einen anonymen Brief, versehen mit der Adresse «Eingebürgertes Dreckschwein». Der unbekannte Schreiber droht: «Du jüdisches Dreckschwein hast zu ein grosses Maul. Die Eier werden mir Dir herausnehmen, damit die Linke Sau Wach nur noch ein leerer Sack hat. Auschwitz hat Dich vergessen, du Ungarisches Drecksau.»

Eschenbach SG, 15. Februar 2001
Die Fasnachtsdekoration im Restaurant «Adler» (Motto: Dschungelbuch) zeigt Afrikaner als Menschenfresser und Sex-Sklavinnen. Eine Afro-Schweizerin interveniert bei der Wirtin. «Eine derart öffentlich vorgenommene beleidigende Herabsetzung Angehöriger einer anderen Nationalität darf es heute einfach nicht mehr geben», erklärt sie gegenüber der «Obersee Nachrichten». Die Wirtin weist die Kritik zurück und unterschiebt der Afro-Schweizerin: «Sie hat doch selber ein schlechtes Gewissen, weil es ihr hier in der Schweiz so gut geht!»ô

Zürich, 27. Februar 2001
Die Zeitung «20Minuten» berichtet von zwei Fällen, wonach Frauen schwarzer Hautfarbe im Nachtclub «Adagio» abgewiesen worden seien. Bereits im vergangenen Sommer hatte der «Tages-Anzeiger» auf mehrere rassistisch motivierte Abweisungen im «Adagio» hingewiesen.

Lugano, 11. März 2001

Beim Fussballspiel Lugano-Zürich verunglimpfen Zuschauer einen FCZ-Spieler schwarzer Hautfarbe. Der «Blick» berichtet später: «Einige Tifosi zeigten aber auch ihr hässliches Gesicht: Mit primitivem Affengebrüll verabschiedeten sie den FCZ-Brasilianer Renato bei dessen Auswechslung.»

Zürich, 7. Juni 2001
Abends gegen zehn Uhr erschiesst ein Unbekannter den israelischen Rabbiner Abraham Grünbaum, der sich auf dem Weg zur Synagoge befindet. In den folgenden Tagen kommentieren Antisemiten die Ermordung mit antisemitischen und/ oder rechtsextremistischen Verwünschungen im Chatforum Swisstalk. Ein Unbekannter schreibt beispielsweise: «Hätte der Adolf gute Arbeit geleistet, wäre gestern kein Jude erschossen worden!». Nach einer Strafanzeige der Aktion «Kinder des Holocaust» ermittelt die Schwyzer Kantonspolizei gegen eine Person, «die Bezug zum Kanton Schwyz» habe.

Altendorf SZ, 10. Juni 2001
In der Volksabstimmung wird das Einbürgerungsbegehren eines 27-jährigen Einwohners kroatischer Staatsangehörigkeit abgelehnt. Zwei Familien türkischer Herkunft werden im vierten bzw. dritten Anlauf genehmigt. Eine Familie italienischer Herkunft wird mit grossem Mehr eingebürgert.




Quelle: Herausgeberin Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz (GMS)
Stiftung gegen Rassismus und
Antisemitismus (GRA), Schweizergasse 6
Postfach, 8023 Zürich
Internet: www.gra.ch oder www.gms-minderheiten.ch
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