Turnfest 2002: Kulturen im afrikanischen Hochzeitszelt

Die Baselbieter Stabstelle für Integrationsfragen nutzte das  grosse eidgenössische Turnfest im Kanton BL, um die sportlich-kulturelle Vielfalt der bei uns lebenden Migrationsbevölkerung vorzustellen.

Verschiedene Kulturen zeigen sich am grossen Turnfest - hier: afrikanische Tänze.

Statt ihre Muskeln nur für «eidgenössische» Punkte und Ränge spielen zu lassen, zeigten sich viele Turnerinnen und Turner auch abseits des hektisch-fröhlichen Turngeschehens in bester Festlaune und -stimmung. Beispielsweise in einem Nomadenzelt auf dem Marktplatz im Bubendorfer Festzentrum, wo sie eingeladen waren, zu afrikanischen Tänzen und heissen Sambarhythmen ihre Hüften kreisen zu lassen oder beim Flamenco mit den Kastagnetten zu klappern.



Im marrokanischen Hochzeitszelt wurde aber auch zu Workshops eingeladen. Diese nutzten hauptsächlich Kinder und Jugendliche; als es etwa galt, indianische Federbälle herzustellen oder der tibetanischen Kalligrafie etwas genauer auf die Spur zu kommen und sich darin gar zu üben...
«Das Publikum liess sich von unserem Angebot begeistern und anstecken», zeigte sich Julia Morais von der Stabstelle für Integrationsfragen, Baselland, über das grosse Interesse der Turnfestbesucher am kunterbunten Angebot aus anderen Kulturkreisen, das unter der Überschrift «Spielwelten» stand, hell erfreut. Zwar sprachen die «Spielwelten» nur einen kleinen Kreis an, relativiert Julia Morais die Nachfrage.
Umso spontaner aber liessen sich die Besucher begeistern und zum Mitmachen animieren. Beispielsweise am Freitagabend, als Mukoko C. J. Chapotoka aus Simbabwe, der in Münchenstein in seiner Tanzschule unserem Kulturkreis afrikanische Tänze lehrt, seine jugendlichen wie erwachsenen Schülerinnen in der Hitze des Hochzeitszeltes tanzen liess. Da vergass selbst eine Gruppe Turner aus Oberbuchsiten für eine Viertelstunde ihre müden Glieder.
Damit haben die Initianten ihr Ziel erreicht, das nichts anderes vorsah, als die bei uns lebende Migrationsbevölkerung mit anderen, eben ihren Bewegungsarten, Klängen und Gesängen auf ihren «heimatlichen Sprach- und Kulturkreis» zu sensibilisieren und zu begeistern. Und dieses Vorhaben gelang den Menschen aus der Türkei, Sri Lanka, Brasilien, Portugal, Italien und dem Kosovo beim Turnfest mit einer grossartigen Unvoreingenommenheit unserem Kulturkreis gegenüber.
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