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 Der Verein Frauenzentrum Aarau bietet für fremd- und deutschsprachige
Frauen einen regelmässigen Treff zum interkulturellen Austausch. Maxie Machuta, eine der beiden Leiterinnen,
erklärt im Interview, warum solche Veranstaltungen wichtig sind. Frau
Machuta, in diesem Projekt treffen sich wöchentlich Frauen aus der ganzen Welt. Was machen diese Frauen
dort? Sie tauschen sich zu einem von der Leiterin vorbereiteten Thema
aus. Zu zweit, in einer Kleingruppe oder im Plenum arbeiten sie dann nach ihren Möglichkeiten. Dabei
geht es um den praktischen Alltag, das Leben in der Schweiz oder um grundlegende Fragen und Werte des
Mensch- und Frauseins in den verschiedenen Kulturen. Je nach Thema werden Bilder, Musik oder Spiele
und Elemente wie Bewegung und Rollenspiele eingesetzt. Die Frauen lernen verstehen, miteinander sprechen
und zuhören. Sie üben den gegenseitigen Respekt und das Verständnis für Fremde. Dabei gewinnen sie Einblicke
in andere Lebensweisen und können gleichzeitig ihr soziales Netz erweitern. Seit wann bieten Sie diese Veranstaltungen
an und wie rege werden sie besucht?Vor vier Jahren haben wir mit dem
Deutschtreff angefangen. Ein einziges Mal waren wir nur zu viert. Der Durchschnitt der Teilnehmerinnen
hat sich jährlich erhöht und ist nun bei 15 Teilnehmerinnen pro Treff angelangt. Einige kommen immer
wieder, mit Pausen dazwischen, andere eine Zeit lang und dann finden sie eine Arbeit oder es verändert
sich sonst etwas in ihrem Leben. Wieder andere besuchen einen Deutschkurs, um noch mehr zu verstehen. Was
sind die Hauptziele, die Sie dabei verfolgen?Unabhängig von Herkunft,
Religion, Aufenthaltsbewilligung, Einkommen und Sprachniveau wollen wir das gegenseitige kulturelle
Verständnis der Frauen fördern. Gleichzeitig sehen wir den Treff als eine Art Übungsfeld für weitere
Schritte «nach aussen» an. Auch wenn wir in unseren Treffen keinen klassischen Sprachkurs anbieten,
können die Frauen hier die Fähigkeit zur Kommunikation mit Deutschsprachigen üben. Denn viele Migrantinnen
haben sehr wenig Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Wir bieten einen geschützten Raum, wo sich die
Frauen daheim fühlen können. Das Einzige, was sie mitbringen müssen, ist Offenheit und Interesse für
andere. Welche konkreten Massnahmen
helfen, den interkulturellen Austausch zu fördern?Ein gemeinsames Thema
und die gute Atmosphäre sind ganz wichtig. Es herrscht kein Leistungsdruck. Frau darf Fehler machen.
Es geht darum, die Ressourcen der Teilnehmerinnen hervorzuholen, nicht über die Defizite zu lamentieren.
Von uns Treffleiterinnen braucht es Interesse an den einzelnen Frauen und gleichzeitig eine gesunde
Distanz zu den Einzelschicksalen, die sehr berührend sein können. Wir suchen immer wieder ein Gleichgewicht
zwischen Gemeinsamkeiten, die sich unter Frauen weltweit finden lassen, und kulturellen und individuellen
Verschiedenheiten. Sie selbst haben
auch einen Migrationshintergrund. Woher kommen Sie ursprünglich und wie können Sie Ihre eigenen Erfahrungen
hier einbringen?Mein Grossvater flüchtete aus der ehemaligen Tschechoslowakei
nach Österreich, und meine Eltern kamen von dort als Gastarbeiter in die Schweiz. Ich durfte dann mit
vier Jahren als Familiennachzug einreisen. Auch wenn meine Muttersprache Deutsch war, weiss ich sehr
gut, wie es ist, fremd zu sein. Damals gab es kaum Ausländerinnen hier. Mit meinem Namen galt ich als
kleine Exotin. Von daher kann ich sicher mehr Verständnis aufbringen für Migrantinnen, die länger Zeit
brauchen, um ihre Verunsicherung im unbekannten Land zu überwinden.Interview:
crKom-Redaktion Unterstützt
durch den Integrationskredit des Bundes (BFM)Der
Frauentreff findet jeden Mittwoch (ausser während der Schulferien) von 9 bis 11 Uhr in der Freizeitwerkstatt
Aarau statt.Infos Maxie
Machuta, Tel. 062 824 19 78 maxiemach@bluewin.ch, oder
Katharina Egli, Tel. 062 823 07 64, katharina.egli@ziksuhr.ch |
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