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Seit Sarah-Jane vor anderthalb
Jahren als Volksmusiksängerin
entdeckt wurde, hat sich im Leben der 21-jährigen Baselbieterin einiges verändert. Die meiste Zeit wird
gesungen, und in ihrem Coiffeursalon im Erdgeschoss ihres Elternhauses schneidet sie die Haare nur noch
in Teilzeit. Und die Köpfe, die ihr unter die Schere kommen, gehören unterdessen
längst nicht mehr nur den Bewohnerinnen ihres Heimatdorfs Rothenfluh BL. «Meine Kundschaft reist heute
aus der ganzen Schweiz an», erklärt die Sängerin. Mit ihrem Publikum verbindet
die Baselbieterin mehr als nur eine Zweckbeziehung. Sarah-Jane ist angefressen vom volkstümlichen Schlager,
sie liebt Dirndl und eingängige Melodien, und sie attestiert ihren Zuhörerinnen und Zuhörern das Auge
fürs Wesentliche: «In der Volksmusik kannst du nur erfolgreich sein, wenn die Stimme ‹verhebt›», betont
sie. «Hübsch zu sein, schadet zwar nicht, aber das steht auch nicht im Vordergrund.» Respekt heisst
denn auch das Zauberwort für Sarah-Jane, und den wünschte sie sich auch von jenen Leuten, die sich über
sie und ihre Musik lustig machen. «Man sollte diese Musik nicht belächeln», findet sie. Der
Hang zum Volkstümlichen zeigt sich bei Sarah-Jane auch in ihrer Begeisterung für die Heimat. Ob klischeehaft
oder nicht, Sarah-Jane ist stolz auf Schoggi, Käse, Berge und Sackmesser. Die Politik verfolgt sie zwar,
sie nutzt die Möglichkeiten zur Mitbestimmung allerdings nicht: «Ich traue mir in vielen politischen
Bereichen keine Entscheidung zu», sagt sie. Das sollen jene bestimmen, die
von den Entscheiden auch betroffen sind. Zum Beispiel die Ausländerinnen und Ausländer: «Wenn sie sich
in der Schweiz niederlassen wollen, sollten sie auch die Möglichkeit haben, mit zu entscheiden.»Annett
Altvater; Foto: pc |
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