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 Pinar, Saner, Khadija, Lina, Oguzhan, Adnan, Davor, Sandra und Erhan
– sie alle haben ein fremdsprachiges Zuhause und standen ohne Lehrvertrag da. Jetzt sind die Chancen
dafür Gut: sie werden von der Stiftung lotse auf eine berufliche Grundausbildung vorbereitet. Bessere
Chancen mit Hochdeutsch und Mathe: 70 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bildungsprogramms
lotse finden den Anschluss ans Berufsleben. Foto: pc«Wenn ich mit der
Mutter rede, mische ich Schweizerdeutsch mit Türkisch», erklärt Pinar in akzentfreiem Hochdeutsch. Die
17-jährige Türkin hatte nach Abschluss der Schule keine Lehrstelle gefunden. Ihr Traum, Tierarztassistentin
zu werden, scheiterte an den wenigen Ausbildungsplätzen. «Über Kollegen wurde ich auf das Programm lotse
aufmerksam, holte mir Infos übers Internet, und nach dem Aufnahmeverfahren wurde ich aufgenommen», erzählt
Pinar.An zwei Tagen besucht die junge Türkin der zweiten Generation nun das
lotse-Bildungsprogramm an der Eulerstrasse. An den übrigen drei Wochentagen beinhaltet der einjährige
Kurs ein Praktikum an einem ausgesuchten Arbeitsplatz in Gewerbe-, Industrie- oder Dienstleistungsbetrieben.
Pinar ist in der Metro-Boutique in der Steinen untergekommen und bereitet sich auf eine Lehre als Detailhandelsfachfrau
vor. «Das Team bei Metro ist super», meint Pinar. Unterdessen hat sie dort eine Lehrstelle bekommen.Teamarbeit
und Pünktlichkeit «Wie bei den anderen insgesamt 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
aus den beiden laufenden Kursen dient das Praktikum als Einblick in den Berufsalltag», erklärt lotse-Sozialarbeiterin
Christine Schaub. Die Jugendlichen trainieren soziale Kompetenzen wie zum Beispiel Teamarbeit, Selbstständigkeit,
Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, die vielen von ihnen noch Probleme bereiten, wie auch Adnan, ein
18-jähriger Kosovare, bestätigt. Doch der lotse-Unterricht und die dazugehörige Begleitung
tragen Früchte. Wie Adnan, der bereits einen Lehrvertrag als Elektromonteur in der Tasche hat, ist auch
die 18-jährige Chinesin Lina schon fündig geworden. Sie ist erst seit zwei Jahren in der Schweiz und
büffelt zusätzlich für sich intensiv Deutsch. Ab August wird die junge Frau Bauzeichnerin lernen. Nach
einer Schnupperlehre bei der Gruner AG hatte man ihr die vierjährige berufliche Grundausbildung angeboten. Im
Fach «Beruf, Lehre, Arbeit», das von vier Sozialarbeiterinnen, -arbeitern oder von Lehrkräften unterrichtet
wird, geht es um die Berufswahl und das Bewerben. «Die Ansprüche der Wirtschaft sind sehr hoch», sagt
Christine Schaub. Entsprechend ambitiös sind die Ziele des lotse-Programms, wie sie bestätigt: «Am Ende
des lotse-Jahres sollen die sozialen Kompetenzen verbessert, das Basiswissen in Mathe und Deutsch aufpoliert
und ein Lehrvertrag abgeschlossen sein.» Zugleich gelinge es dem lotse-Team immer wieder,
Firmen zu sensibilisieren, auch schulisch schwächeren Absolventen eine Chance zu geben. «Im Praktikum
können Jugendliche zeigen, dass sie handwerklich gut sind, und so die schulischen Defizite kompensieren»,
erklärt Schaub.Hohe Erfolgsquote Sicher,
nicht alle würden eine Lehrstelle finden. «Für die Jugendlichen ist es ein Erfolg, wenn sie eine Grundausbildung,
eine Attestausbildung oder ein weiter führendes Praktikum nach lotse gefunden haben», betont sie. «Das
schaffen etwa 70 Prozent. Insofern ist lotse wirklich ein Sprungbrett für viele. Zumal sie hier auf
unterschiedlichste Weise individuell unterstützt werden, bis hin zur nachfolgenden Begleitung während
einer Lehre (Coaching).»Wolf Südbeck-Baurwww.lotse.ch |
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