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 Ausgabe Nr. 11 vom April 2005
Thomas Kessler, Migrationsbeauftragter des Kantons Basel-Stadt und
Julia Morais, Migrationsverantwortliche Basel-Landschaft
Wir alle kommen ursprünglich aus Ostafrika, von dort aus hat der Homo sapiens in den
letzten 100'000 Jahren den ganzen Globus erwandert und bevölkert. Zu- und wegwandern,
sesshaft werden oder in verschiedenen Lebensphasen alles durchleben sind Konstanten der
Menschheitsgeschichte und der Gegenwart. Auch die Motive: Verbesserung der
Lebensperspektiven durch Suche nach Nahrung, Arbeit, Raum, Partner, Bildung, Abenteuer,
Schutz oder Sicherheit.
Die Schweiz im Herzen Westeuropas, mit mediterranen und alpinen Klimazonen, im
Schnittpunkt kontinentaler Verkehrsachsen und dreier grosser Kulturräume ist von
dieser Dynamik besonders geprägt. In starken Zeiten werden die wirtschaftlichen
Vorteile gesehen, in schwachen die sozialen Herausforderungen bejammert. Und heute?
«Wir sind zu Weltmeistern des Wehklagens geworden», schrieb kürzlich alt
Bundesrat Adolf Ogi. Es ist dringend nötig, die eigene Position im Gang der Zeit zu
klären. Wir gehören zu den reichsten Ländern, leben mit unseren vielen
Sprachen und Konfessionen seit 1848 mit einer weisen Verfassung friedlich und gedeihlich
zusammen. Ein erheblicher Teil der hiesigen Wirtschaft, von Infrastruktur und Forschung
wurde und wird von Menschen aus 200 Ländern mitaufgebaut und geleistet; der
Aussenhandel gibt uns Wohlstand. In Sport und Kultur leisten Zugewanderte für uns
Erstklassiges. Sind wir stolz darauf? Nutzen wir die Chancen klug? Packen wir die Probleme
selbstbewusst an? In dieser Ausgabe gehen wir diesen Fragen nach. Die beiden Basel wollen
einen Beitrag leisten zur tatkräftigen Gestaltung einer erfolgreichen Schweiz in
dieser immer enger verflochtenen Welt.
Diese Migrationszeitung bleibt im Jahr 2005 die einzige, ab jetzt werden die beiden Basel
(zusammen mit dem Bund) nur noch eine Ausgabe pro Jahr herausgeben. Andernorts soll jedoch
ausgebaut werden: Im Rahmen der geplanten Ausweitung der Kampagne «Tatsachen gegen
Vorurteile» auf neue Zielgruppen sollen regelmässig aktualisierte Anzeigen in
den Zeitungen erscheinen. Über die Gratiszeitungen soll dies über die
Kantonsgrenzen hinaus regional geschehen. Möglicherweise werden wir im nächsten
Jahr auch über die Landesgrenzen hinweg zusammenarbeiten. Das stete
Überprüfen und Weiterentwickeln gehört zwingend zu einem erfolgreichen
Projekt.
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