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 Wenn etwas im Haus nicht stimmt, dann muss der Abwart ran. Bei ihm laufen in einem
Mehrfamilienhaus alle Fäden zusammen. Zwei Abwarte aus Basel und Liestal
erzählen aus ihrem Alltag.

"Die Leute schätzen meine Arbeit. Das stellt mich auf."
"Zu den meisten Hausbewohnern habe ich einen sehr guten Draht." Bilder: pc
Karl Wunderlin (61), Abwart
im Kleinbasel
"Schöne Momente in meinem nun schon 25-jährigen Abwartsdienst sind immer,
wenn die Hausbewohner dankbar sind. Hier im Kleinbasler Klingentalpark rund um die
Sperrstrasse leben in 150 Wohnungen etwa 450 Leute, davon 40 Prozent Ausländer und
viele Betagte. Wenn sie sich bedanken für irgendeine Kleinigkeit wie die Montage
einer neuen Dichtung, die Reparatur des tropfenden Wasserhahns oder das Auflesen eines vom
Winde verwehten Wäschestücks, dann bringen sie zum Ausdruck, dass sie meine
Arbeit und meine Hilfsbereitschaft schätzen. Das stellt mich auf.
Verständigungsprobleme löse ich mit eindeutigen Handzeichen.
Allerdings ist es ein immer grösseres Problem, in und um die Überbauung für
eine gewisse Ordnung zu sorgen. Seit Einführung der Kehrichtsackgebühr entsorgen
einige wenige schwarze Schafe ihren gesamten Müll inklusive Möbeln bei Nacht und
Nebel illegal irgendwo in den beiden Untergeschossen. Für mich heisst das, dass ich
zur Entsorgung irgendwann wieder eine Mulde füllen muss. Besonders ungerecht: Die
Mieter werden dafür zusätzlich zur Kasse gebeten. Das frustriert die Leute und
tut mir auch Leid.
Ein weiteres riesiges Problem sind die unzähligen, teilweise mit Blut verschmierten
Drogenspritzen, die ich täglich aus dem Sandkasten und in den Fluren einsammeln muss.
Trotz allem bin ich im Grossen und Ganzen sehr zufrieden und habe ein gutes
Verhältnis mit der Mieterschaft. Der Grossteil ist sehr, sehr anständig, egal,
ob Schweizer oder Ausländer."
Qermajl Shaqiri (35), Abwart
in Liestal
"Das Hausfest, das die Wohngenossenschaft Weiermatt kürzlich für die rund
300 Hausbewohner spendiert hat, war mein bisher schönstes Erlebnis als Abwart an der
Weiermattstrasse 6 in Liestal. Ganz toll: Wir haben zusammen gegessen und getrunken. Ich
habe viele neue Leute meines Blocks kennen gelernt und inzwischen auch mal besucht.
Das ist ja nicht gerade selbstverständlich, weil ich als Abwart - ich bin
Kosovo-Albaner, Maurer, lebe seit 13 Jahren in der Schweiz und bin seit einem Jahr
Hauswart - halt dann und wann auch streng sein muss. Zum Beispiel: Immer wieder sind es
13-, 14-Jährige, die sich abends mit Büchsen und Flaschen im Eingangsbereich
niederlassen und für Unordnung sorgen. Die schicke ich mit einem Hinweis auf unsere
Überwachungskameras weg. Aber das bringt viel zusätzliche und unnötige
Reinigungsarbeit für mich.
Richtig Stress macht mir, in der Waschküche für einen reibungslosen Waschplan zu
sorgen. Es kommt immer wieder vor, dass Bewohner den Schlüssel für den
Waschkeller nicht wie abgemacht abends zurück- bringen. Das gibt Probleme, weil am
nächsten Tag eine andere Familie waschen will. Hier wohnen 72 Familien, 80 Prozent
davon Ausländer. Zu all dem kommen noch die Verständigungsschwierigkeiten hinzu.
Alles in allem finde ich es hier ganz schön zum Leben. Zu den meisten Hausbewohnern
habe ich einen sehr guten Draht. Hier wohnen viele nette Leute, mit denen ich reden und
auch mal was trinken kann."
Wolf Südbeck-Baur
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