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 Ein zukunftsweisendes Projekt zur Integration von Schulkindern sammelt im Moment im
Kleinbasler Bläsischulhaus entscheidende Erfahrungen. Der Schwerpunkt ist, den
Übertritt für Migrantenkinder vom Kindergarten in die Schule optimal zu
gestalten und alle (auch Schweizer) Kinder mit ihren Eltern in den Prozess mit
einzubeziehen, sodass eine Vertrauensbasis entstehen kann.
Die Erfahrungen zeigen, dass man auf dem richtigen Wege sei.
«Bei uns findet sicherlich das zukunftsweisendste Projekt statt», erklärt
Konrektorin Verena Hartmann vom Bläsischulhaus. Die Idee besticht nicht nur auf den
ersten Blick: Die Eltern sollen von Anfang an in den Schulprozess einbezogen werden.
«Das Verständnis für einander wird auf beiden Seiten gefördert, die
Erfahrungen können ganz direkt ausgetauscht werden.» Laut Hartmann habe es
einen gewissen Leidensdruck gebraucht, bis man im Kleinbasel gehandelt habe. Doch die
Erfahrungen zeigen, dass man auf dem richtigen Wege sei. Im Alltag sei es immer mehr zu
kleinen Reibereien gekommen. «Wir leben in einer sehr an der Schrift orientierten
Kultur. Wenn wir den Kindern einen Zettel mit nach Hause geben, können wir nicht
sicher sein, dass die Botschaft ankommt.»
Ein weiteres Beispiel am Übergang vom Kindergarten zur Schule sei, dass die Kinder ab
diesem Moment eben vier volle Stunden Schule hätten, folglich müssten auch
Eltern da sein, die diese am Abend einmal ins Bett schicken würden.
«Man muss sich bewusst sein, dass dies in anderen Kulturen nicht gleich
abläuft, dass manche Menschen schlicht nicht gewohnt sind, so wie wir es als ganz
selbstverständlich voraussetzen.» Hartmann betont, dass das Projekt bei Eltern
und Kindern auf eine sehr gute Resonanz gestossen sei. «Alle machen mit und
fühlen sich nun besser verstanden.» Wie es schon der Leitgedanke des
Einschulungsprojekts Schulhaus Bläsi sagt, kommt mit der Einschulung nach dem
Kindergarten ein entscheidender Wendepunkt. Wenn die ersten Erfahrungen mit der Schule
negativ sind, kann das für die weitere Laufbahn durchaus prägend sein. Die
Ausgangslage im Schulhaus versteht besser, wer weiss, dass im Jahre 1995/96 im
Bläsischulhaus Kinder aus 25 Nationen unterrichtet wurden und der Anteil von
fremdsprachigen Sprösslingen in einzelnen Klassen bei rund 90 Prozent lag. Dazu
kommt, dass man konstatieren musste, dass viele Kinder Flüchtlinge waren, die als
kriegstraumatisiert galten oder zumindest nur eine verkürzte Zeit im Kindergarten im
Heimatland verbringen konnten.
Deshalb lag es nahe, den Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus zu legen.
Und somit gleich eine Vertrauensbasis zwischen Eltern und Lehrpersonen zu schaffen. In
einem zweiten Schritt geht es dann darum, eine ansprechende Lernatmosphäre zu
schaffen, in der sich Selbstvertrauen und Sicherheit entwickeln können.
Verena Hartmann sagt: «Wir glauben, dass unser Modell dasjenige ist, dass am meisten
Erfolg bei den Integrationsbemühungen verspricht.» Bisher bestätigen die
gemachten Erfahrungen dieses Bild. Die Schule hat bei Eltern und Kindern praktisch offene
Türen eingerannt. Die Massnahmen, die getroffen werden mussten, sind allerdings
umfassend. So muss das Lehrpersonal ebenfalls durch Fachkräfte unterstützt
werden. Ein Beispiel sind nur schon die Übersetzerinnen und Übersetzer, die
eingesetzt werden müssen, damit man sich zum Beispiel mit den Eltern
verständigen kann. «Der Austausch bringt allen Beteiligten etwas», sagt
Hartmann überzeugt. Die Schwierigkeiten, denen man entgegentreten muss, sind
gleichzeitig enorm. Denn manchmal weisen die Kinder nicht einmal die altersentsprechende
elementare Raum- oder Zeitorientierung auf oder besitzen ganz wesentliche
Grundhandfertigkeiten nicht.
«Bei uns kommen wie in vergleichbaren Projekten Förderlehrkräfte in Erst-
und Zweitsprache zum Einsatz, der Prozess der Integration findet aber noch auf
einem zweiten Gleis statt, dieses ist die Zusammenarbeit mit den Eltern, die wir wichtig
finden», sagt Verena Hartmann. Die Aussichten für das Projekt beurteilt die
Konrektorin als sehr gut. «Wir glauben, dass wir hier etwas Zukunftsweisendes
aufbauen und wirklich sehr gut mit den einzelnen Bevölkerungsgruppen
zusammenarbeiten.»
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