HELFEN MACHT SPASS



Warum engagieren sich Menschen freiwillig? Was ist ihre Motivation und wer sind die Frauen und Männer, die sich gratis für andere einsetzen? Die Schülerinnen und Schüler der Schule für Brückenangebote Basel gingen auf die Suche nach Antworten.


Interview mit dem Jungwachtleiter Tansu Yerdelen, 19.


Wie sind Sie dazu gekommen, in die Jungwacht zu gehen?

Vor zehn Jahren wollte meine Mutter einmal allein in die Ferien und hat mich in ein Lager geschickt. Es hat mir so gefallen, dass ich dort geblieben bin. Vor vier Jahren wurde ich Leiter.


Warum machen Sie das?

Das macht mir so viel Spass. Man lernt Verantwortung zu übernehmen und auch mit Kindern umzugehen.


Wie sehen Ihre Arbeitszeiten aus?

Ich habe immer montagabends eine Sitzung mit allen anderen Leitern. Dort besprechen wir dann, was wir im Verlauf des Jahres machen werden. Auch über Administratives tauschen wir uns aus. Und jeden Samstag habe ich von 14.00 bis um 17.00 Uhr eine Gruppenstunde.


Wie sieht diese Gruppenstunde aus?

Das ist unterschiedlich; wir gehen wenn es schönes Wetter ist Fussball spielen oder in die Badi schwimmen. Aber meistens gehen wir in den Wald.


Wird die Jungwacht vom Staat unterstützt?

Sie wird nicht vom Staat unterstützt, sondern von der Katholischen Kirche der Pfarrei. Von ihnen bekommen wir Räume zur Verfügung. Alles ist gratis, aber wir kriegen auch kein Geld. Das alles ist also Freiwilligenarbeit.


Bis wann darf man in der Jungwacht sein?

Als Teilnehmer und Teilnehmerin darf man bis 14/15 Jahren, ab dann kann man als Leiter/Leiterin bleiben. Das ist dir selber überlassen, bis wann du das machen willst. Aber die meisten Leiter hören so mit 25 Jahren auf.


Kann man bei der Jungwacht eine Weiterbildung machen?

Man kann in einem Jugend+Sport-Kurs mitmachen. Vor zwei Jahren habe ich den GLK gemacht, das ist der Grundleiterkurs. Wenn du den hast, kannst du allein mit höchstens 12 Teilnehmer/Teilnehmerinnen ein Lager organisieren. Dann gibt es noch einen zweiten GLK, der eigentlich der gleiche ist einfach noch zur Wiederholung. Und dann gibt’s noch ein Scharleiterkurs. Wenn du diesen Kurs gemacht hast, kannst du Scharleiter werden, also der Chef von so einem Jungendunternehmen.


Okay und du bist jetzt was?

Ich habe den Grundleiterkurs, d.h. ich habe eine eigene Gruppe von 12 Buben mit drei anderen Leitern und dann organisieren wir das zusammen.


Wir bedanken uns sehr für das Gespräch.

Ich bedanke mich auch. Schickt eure Schwestern und Brüder zu uns, das tut ihnen gut!

Manuel, 17

----------------------------------------------------------------------------------------------------

Ein Interview mit Cihan Minkner Kanas von der Minkner Lösungswege.


Wie viele türkische und kurdische Kulturvereine gibt es in Basel?

Es gibt zwischen 17 bis 20 verschiedene Kulturvereine in Basel.


Wie viel Türken und Kurden Leben in Basel ?

Zwischen 8'000 und 11'000.


Wie viele Personen braucht man, um einen Kulturverein zu gründen?

Es gibt in Basel unterschiedlich grosse Kulturvereine. In der Schweiz kann man mit zwei Personen einen Verein gründen.


Wie viele Mitglieder machen in einem Verein mit?

30% machen aktiv an den Vereinsaktivitäten mit. Die restlichen 70% besucht ca. zweimal im Jahr ihr Verein.


Was wollen die Menschen mit ihrem Kulturverein erreichen?

Sie wollen ihr Verein öffentlich bekannt machen. Sie haben auch eigene Ziele, die sie in ihrer Freizeit nachgehen müssen. Darum wollen sie mehr Unterstützung und sie wollen von anderen erst genommen werden.


Was sind die Tätigkeiten, die in den Verein nachgegangen werden?

Es werden sehr viele Informationen ausgetauscht über die Politik, über Anerkennung und wie die Schweiz funktioniert.


Wie viele Stunden werden hier freiwillig gearbeitet?

Es wird sehr viel freiwillige Arbeit geleistet. Erstens ist es den Leuten wichtig, mit ihrer Sprache und ihrem kulturellen Hintergrund verbunden zu bleibe. Zweitens macht es ihnen auch Spass, in ihrer Freizeit etwas für andere zu machen. Diese Vereine haben keinen finanziellen Gewinn. Manchmal müssen sie sogar aus der eigenen Tasche viel Geld ausgeben, damit der Verein weiterhin existieren kann.

Roni, 16 und Junior Adames, 16

----------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Person, die interviewt wurde, ist ca. 30 Jahre alt und kommt aus der Türkei. Sie unterrichtet Religion und Kultur in einer Moschee in Basel.


Wie oft unterrichten Sie?

Ich gebe dreimal pro Woche vier Stunden lang Unterricht.


Seit wann geben Sie Unterricht?

Seit ca. drei Jahren unterrichte ich die Kinder.


Was genau unterrichten Sie?

Ich unterrichte über Religion und unsere (türkische) Kultur.


Haben Sie eine bestimmte Altersgruppe von Kindern?

Ja, sie sind zwischen 6-14 Jahren.


Wieso haben Sie sich entscheiden, freiwillig zu arbeiten?

Ich möchte, dass die hier aufgezogenen Kinder ihre eigene Religion und ihre Kultur kennenlernen. Damit sie dann die zwei verschiedenen Kulturen wahrnehmen. Und so mache ich meine Arbeit von Herzen.

Ayse, 17 und Semanur, 16

----------------------------------------------------------------------------------------------------

Unsere Mütter pflegen freiwillig ältere Menschen. Das sind unsere acht Fragen an sie.

Rahaga, Safiah’s Mutter (1) Cecile Marie’s Mutter (2) Naima, Amina’s Mutter (3)


Wie sind Sie darauf gekommen, ältere Menschen zu pflegen?

Mam 1: Weil ich sehr gut mit älteren Menschen auskomme.

Mam 2: Weil ich schon immer Pflegerin werden wollte. Ich habe nun auch eine gute Ausbildung abgeschlossen.

Mam 3: Weil die älteren Menschen unsere Unterstützung brauchen.


Wieso machen Sie das?

Mam 1: Es macht mich einfach glücklich, diese Menschen so dankbar und glücklich zu sehen.

Mam 2: Ich arbeite gerne mit älteren Menschen. Sie sind so dankbar.

Mam 3: Weil es mir Spass macht, mit den älteren Menschen zu arbeiten.


Wieso Wollen Sie kein Geld?

Mam 1: Weil ich es nicht wegen des Geldes mache, sondern sie glücklich machen will. Ihre Zufriedenheit ist für mich die beste Bezahlung.

Mam 2: Ich arbeite in einem Altersheim. Ich verdiene schon was, aber das Geld spielt bei mir keine Rolle. Es macht mich auch glücklich, bei ihnen zu sein.

Mam 3: Ich mache es nicht wegen des Geldes, sondern weil es mir Spass macht und es mir Freude macht, wenn sie fröhlich und zufrieden sind.


Wie lange machen Sie das schon?

Mam 1: Ich habe zehn Jahre lang freiwillig ältere Menschen gepflegt, aber jetzt arbeite ich in einem Altersheim.

Mam 2: Im Jahr 2005 habe ich eine Ausbildung gemacht als Pflegefachfrau und arbeite seit 2011 in einem Pflege-Altersheim.

Mam 3: Seit sechs Jahren pflege ich freiwillig ältere Menschen.


Bekommen Sie manchmal auch Geschenke von diesen Menschen?

Mam 1: Ja öfter mal.

Mam 2: Wir dürfen es nicht annehmen.

Mam 3: Ich bekomme manchmal Schokolade und Souvenirs aus anderen Ländern.

Safiah, 16 Amina, 15 Marie Michelle, 16

----------------------------------------------------------------------------------------------------

Zeynep Yerdelen, Lehrerin an der Schule für Brückenangebote, Vorlehre A

Unsere Lehrerin Zeynep Yerdelen ist Präsidentin von pcuf (poor children united foundation) und Vorstandsmitglied vom tdh (terres des hommes schweiz). Sie hat bis zu 15 Sitzungen pro Jahr. Für die Sitzungen des pcuf fährt sie nach Zürich. Sie erzählt, warum sie das tut: «Seit ungefähr 15 Jahren mache ich Freiwilligenarbeit. Ich bin in Vorständen von Jugendtreffpunkten tätig. Seit vier Jahren bin ich Präsidentin von pcuf. Das ist ein Verein, der Spenden sammelt, um den Kindern in Indien medizinische Unterstützung zu geben. Ich habe Freude, mich für andere zu engagieren, möchte meine Ressourcen für andere einsetzen. Es gibt auf der Welt sehr viele Menschen, die kein Zugang zu vielem haben. Ich bemühe mich bei meiner Freiwilligenarbeit diesen Menschen bewusst zu machen, was für Werte, Ressourcen und Möglichkeiten sie selber haben.»


Schülerinnen und Schüler der Vorlehre 8

Die Schülerinnen und Schüler der Vorlehre 8 im Via Zentrum der Schule für Brückenangebote haben sich in einer zweiwöchigen Projektarbeit intensiv mit Freiwilligenarbeit auseinandergesetzt.