MIT VIEL ELAN DIE KARRIERE-LEITER HOCHVladimir
Petkovic: Sita Mazumder: vielseitig und erfolgreich. Foto: z.V.g. Sita
Mazumder hat bereits vieles im Leben erreicht und bei all Ihren Projekten kommt bestimmt
nie Langeweile auf. Ihr Lebenslauf und Engagement sind beeindruckend. MIX:
Woran arbeiten Sie im Moment? Sita Mazumder:
An zahlreichen Projekten, wie könnte es anders sein. Zum einen laufen meine bestehenden Projekte am
Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ zu den Themen Diversity und Inclusion Management, Women’s
Finance etc. Dann gibt es neben den laufenden Aufgaben, wie beispielsweise Referate oder meiner Kolumne
beim Schweizer Fernsehen, auch jüngere Vorhaben, so zum Beispiel meine Forschungen zu den finanziellen
Aspekten des Terrorismus anhand von Buchpublikation. Weiter steht auf das nächste Semester Unterricht
an unserer Schule, aber auch an den Universitäten Zürich und St. Gallen an. Das läuft bei mir immer
alles parallel, was meine Tage spannend und natürlich auch lang macht. Früher
haben Sie oft als Model gejobbt. Inwiefern hat Ihnen das bei Ihrer Karriere geholfen? Ich
habe ja nicht als klassisches 90-60-90-Model gejobbt. Das ist bei meinen 1.53 Metern Körpergrösse auch
nicht möglich. Vielmehr habe ich für Werbungen, in denen Alltagsmenschen benötigt wurden, vor der Kamera
gestanden. Das hat mir insofern im Beruf geholfen, weil ich in andere Rollen hineinschlüpfen musste.
Darüber hinaus war es eine wunderbare und lehrreiche Erfahrung. Was
braucht es als Frau, um eine erfolgreiche Unternehmerin zu werden? Sich
selber treu bleiben und nicht versuchen, ein Mann zu sein; die eigenen Ziele kennen und auch verfolgen;
hartnäckig, aber nicht hart sein; aktive Kommunikation betreiben und den Humor nicht verlieren. Worin
besteht der grösste Unterschied zwischen dem Erfolg eines Mannes und einer Frau? Das
kann ich nur pauschalisiert beantworten und es gibt immer Ausnahmen. Aber normalerweise definieren sich
Männer weitaus mehr über ihre Karriere und den Erfolg. Bei Frauen steht der Inhalt und Sinn ihrer Tätigkeit
als ein Puzzlestein von vielen im Zentrum. Das eine ist nicht besser als das andere, nur eben anders. Warum
gibt es so wenige Beispiele von Karrierefrauen? Die
Antwort auf diese Frage ist sehr komplex. Ein Aspekt ist, sicherlich, dass es bei uns schwierig ist,
Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Dies ist nach wie vor eine grosse Herausforderung für
eine Frau. Frauen müssen lernen, sich mehr in den oft Männerdominierten Unternehmen zu behaupten, wenn
sie eine Karriere machen wollen. Die männlichen Unternehmenskulturen sind auch einer der Hauptgründe,
weshalb Frauen oft freiwillig viel versprechende Positionen verlassen. Am
Schluss möchte ich doch noch kurz auf Ihre Wurzeln eingehen. Sie sind in einer multikulturellen Familie
aufgewachsen, der Vater Inder und die Mutter halb Schweizerin und halb Französin. Kann das in der heutigen
Arbeitswelt von Vorteil sein? Ich bin der festen
Überzeugung, dass Multikulturalität im privaten Leben wie auch in der Arbeitswelt von Vorteil ist, wenn
man diese bewusst und aktiv nutzt. Das Verständnis der interkulturellen Herausforderungen und der weite
Horizont sind in jeder Position ein Vorteil. Interview: Olivia Neubauer, Güvengül Köz Brown SITA
MAZUMDER Professorin Hochschule Luzern und Inhaberin PURPLESita
Mazumder ist Dozentin und Projektleiterin am Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule
Luzern-Wirtschaft und betreibt ihre eigene Firma «PURPLE». Zuvor war sie Mitarbeiterin der Eidgenössischen
Bankenkommission (EBK), der Universität Zürich und ebenfalls an der Leonard N. Stern School of Business
in New York tätig. Weitere berufliche Stationen waren UBS, oprandi & partner, ABB sowie die erste
eigene Firma «Dr. Sita Mazumder Consulting». Sita Mazumder schloss 2001 ihr Doktorat an der Universität
Zürich mit der Arbeit «Die Schweizer Banken im Lichte der Korruptionsprävention und -bekämpfung» summa
cum laude ab. Die Arbeit wurde 2002 mit dem Jahresforschungspreis ausgezeichnet. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||







