RASSISMUS MAG KEINER




Die Klasse B 3c aus Horgen, Kanton Zürich, ist sich einig und stellt sich klar gegen Fremdenfeindlichkeiten. Mit ihrem Rap für Toleranz hat die Schule sogar das Label der Stiftung zur Erziehung zur Toleranz (SET) für diskriminierungsfreie Schulen gewonnen. Die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen kulturellen Hintergründen stellen sich die Frage, warum der
Rassismus so verbreitet ist. In ihren kurzen Texten, die sie für die MIX verfasst haben, erzählen sie offen über ihre Erfahrungen und Ängste.


Rassismus

Viele Menschen mit einer anderen Hautfarbe werden auf der Strasse komisch angesehen. Es gibt sogar Fälle, in denen Rassismus auch zu Hause vorkommt. Die meisten rassistischen Handlungen passieren aber in der Schule. Die Kinder beleidigen sich gegenseitig, wenn sie aus einem anderen Land kommen oder eine andere Hautfarbe haben. Häufig kommt es auch zu Schläge-reien zwischen Ausländern und Schweizern. Wir sehen das als grosses Problem in der Schweiz, weil sehr viele Menschen aus verschiedenen Ländern hier leben.

Peti, 16 und Maurice, 15


So läuft es auf den Strassen in Horgen

Wenn ich in einer Gruppe oder mit Kolleginnen und Kollegen in Horgen herumlaufe, fühle ich mich sicher. Wenn ich alleine bin, habe ich Angst, dass mir etwas passieren könnte. Wenn mich jemand dumm anmacht, bleibe ich ruhig und laufe weiter. Wenn er mich schlägt, schlage ich aus reiner Notwehr zurück.
Ich bin ein normaler Mensch, egal ob ich schwarz oder weiss bin. Das heisst nicht, dass ich anders bin. Meine Kollegen sind immer für mich da, wenn ich in der Klemme stecke und Probleme habe. Vor allem fühle ich mich sicher, weil ich Mut und Kraft habe. Unsicher fühle ich mich draussen bei Unbekannten,die ich nicht kenne und vor denen ich mich
fürchte.

Guisi, 16 und Rens, 15


Hautfarbe

Meistens werden die Leute auf der Strasse, in der Schule
oder im Zug wegen ihrer Hautfarbe beschimpft. In der Schule
werden die Kinder wegen ihrer Sprache oder Hautfarbe beschimpft. Das Wort «Nigger» wird meistens ausgesprochen.
In den Fernsehshows beleidigen die Schauspieler sich
gegenseitig wegen ihrer Herkunft oder dem Aussehen.
Auch bei uns passieren solche Sachen, dass man wegen der Hautfarbe oder Herkunft beschimpft wird. Das ist schade.

Mikel, 15 und Volkan, 16


Ausländer gegen Ausländer

Die Serben spielen auf dem Fussballplatz Fussball. Dann kommt ein Albaner, der möchte auch Fussball spielen und versucht, die Serben weg zu scheuchen. Das lassen sich die Serben nicht gefallen und beschimpfen den Albaner als Sch**** Shipi. Der Albaner wird wütend und holt seine Freunde. Daraus wird eine Massenschlägerei. Das ist nur eines von vielen Beispielen, wo eine Kleinigkeit zu Rassismus ausartet. Das muss aufhören! Es sind doch alle Menschen gleich, egal aus welchem Land sie kommen oder was für Vorgeschichten sie haben.

Melanie, 14 und Majlinda, 15


Persönlich finden wir:

Dass die Hautfarbe egal ist. Jeder soll auf seine Herkunft stolz sein können. Der Glaube ist die persönliche Sache des Menschen. Jeder Mensch hat die gleichen Rechte. Rassismus ist die falsche Art, sich auszudrücken und Mobbing ist feige. Wir sind stolz darauf, dass es an unserer Schule wenig Rassismus gibt. Wir wachsen miteinander auf und respektieren uns gegenseitig. Wir begegnen jeden Tag hunderten von Menschen
mit anderen Religionen und Lebensgewohnheiten und müssen damit umgehen können.

Kary, 15 und Tina, 16


Respekt

Rassismus entsteht durch das Fehlen des Respekts vor anderen
Menschen. Jugendliche meinen, dass, wenn sie andere beleidigen und runtermachen, selber besser dastehen. Es hat viel mit Egoismus zu tun. Wir persönlich finden, Rassismus würde gar nicht entstehen, wenn sich die Menschen respektieren würden und jeden so leben lassen würden, wie er es möchte. Leider ist das heute fast unmöglich.

Sascha, 15 und Joël, 15


Rassismus ist nicht nötig

Wir finden, dass Rassismus überflüssig ist. Nur weil man eine andere Hautfarbe hat oder einer anderen Religion angehört, ist er oder sie nichts Schlechteres. Denn jeder ist auf seine Art okay. Wenn jemand eine andere Hautfarbe hat, muss man ihn
oder sie nicht gleich ausschliessen oder beschimpfen. Viele sagen immer: «Nicht schon wieder die Ausländer!» Das ist
meistens der Fall, wenn sie etwas anstellen. Dabei ist aber immer der Mensch gemeint. Viele Menschen nervt
nur die Art der Anderen und nicht die Herkunft.

Sheila, 14 und Tijana, 15