Die Jugendseiten der MIX ermöglichen Schulklassen aus
den beteiligten Kantonen, ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen zum Thema Integration einem breiten
Publikum zu präsentieren. Bei dieser anspruchsvollen Arbeit werden die Schülerinnen und Schüler sowie
auch das Lehrpersonal von der MIX-Redaktion unterstützt und beraten. DIE ERSTE BEGEGNUNG MIT DER DEUTSCHEN SPRACHE![]() Egal,
ob sie hier aufgewachsen sind oder erst später in die Schweiz kamen, die Schülerinnen und Schüler der
Klasse S1c aus dem schulischen Brückenangebot plus modular in Muttenz sind sich
einig: Frühförderung ist eine gute Sache, die unbedingt weiterverfolgt werden muss. Bessere
Aussichten für Schweizer Schüler? Wenn
Migrantenkinder mangelnde Kenntnisse in der deutschen Sprache haben, kann das schulische Nachteile für
Schweizer Kinder mit sich bringen. Deshalb macht die frühe Sprachförderung für alle Sinn. Lukas
Kühni, Roger Jäger, Patrick Grütter Die
heutige Jugend spricht immer schlechter Deutsch. Als Erstes wird gleich von den ausländischen Bürgern
gesprochen, die nicht richtig Deutsch sprechen können, da ihre Eltern nicht in der Schweiz auf die Welt
gekommen sind und in ihrem eigenen Land nicht die Möglichkeit hatten, Deutsch zu lernen. Deswegen wird
nun in vielen Kantonen darüber diskutiert, wie man die Frühförderung in der ganzen Schweiz durchführen
kann. Was bringt die
Frühförderung den Schweizern? Eigentlich spricht
nichts dagegen, dass ausländische Kinder im Vorschulalter schon Deutsch lernen. Dies hat sicherlich
Auswirkungen darauf, dass diese Kinder im Kindergarten schon besser Deutsch sprechen können. Schweizer
können dementsprechend mit den Ausländern kommunizieren, ohne deren Fehler zu übernehmen. Jetzt
werden einige behaupten, dass es sicherlich nicht davon abhängt, ob Schweizer mit Ausländern aufwachsen,
die schlecht oder gut Deutsch sprechen. Doch genau diese Erfahrung hat z.B. unser Klassenkamerad Lukas
Kühni gemacht. In den Kindergarten, den er besuchte, gingen auch sehr viele Ausländer, von denen einige
zu seinem Freundeskreis gehörten und gehören. Sie sprachen nur schlecht Deutsch, was zur Folge hatte,
dass Lukas in der Primarschule nicht mehr richtig Deutsch sprechen konnte und Nachhilfestunden nehmen
musste. Daher finden wir es von Vorteil, wenn ausländische Kinder schon vor dem Kindergarten Deutsch
lernen, dies sorgt für bessere Sprachkenntnisse sowie bessere Noten und grössere Chancen auf einen guten
Beruf. Wer zahlt die
Frühförderung? Eigentlich ist die Früherziehung
und -förderung sehr positiv zu bewerten bis auf den Punkt, dass sie von Schweizer Bürgern finanziert
werden muss. Ob die frühe Förderung auch das bringt, was sie verspricht, wird sich noch zeigen. Bis
alle Massnahmen umgesetzt werden, müssen wir uns noch etwas gedulden. Warten wirs mal ab. «DIE SPRACHE DER FÄUSTE»Burim
P.
aus dem Kosovo berichtet über seine zum Teil nicht nur ganz reibungslos verlaufene
Aufnahme in der Schweiz. Tabitha Giossi,
Cornelia, Riccardo Constanzo, Galdim Shurlani Wann
bist du in die Schweiz gekommen? Mit 5 Jahren
kam ich in die Schweiz. Wie
wurden du und deine Familie in der Schweiz aufgenommen? Wir
wurden sehr freundlich aufgenommen, fühlten uns jedoch unwohl, da wir in einem fremden
Land waren. Wie war dein
erster Tag in der Schweiz? Es war ein komisches
Gefühl für mich, da ich die Sprache nicht verstand. Ausserdem kannte ich niemanden. Eigentlich wollte
ich in diesem Moment einfach nur noch zurück! Wie
hast du den Kindergarten erlebt? Es war alles
sehr seltsam und fremd für mich! Ich musste in den Kindergarten und konnte die deutsche Sprache nicht
mal. Ich verstand niemanden! Mit der Zeit fing ich an, etwas mehr zu verstehen, wollte jedoch nicht
mit ihnen reden! Für mich war es nicht meine Sprache, es war nicht die Sprache, die ich sprechen wollte!
Daher hatte ich oft Konflikte mit den andern Kindern. Ich fing an, mich zu prügeln, wenn ich mich ungerecht
behandelt fühlte! Wie
war deine Schulzeit? Ich hatte eine gute Schulzeit!
Ich hatte viele Freunde, diese halfen mir auch, mich besser integrieren zu können Warst
du mit vielen Ausländern in der Klasse? Hatte es irgendwelche
Gruppierungen gegeben? Nein, wir waren mit mir
nur vier Ausländer. Und es gab keine Gruppierungen. Wie
hast du deine Lehrstelle gefunden? War es schwer, als Ausländer
eine zu finden? Ja, es war schwer!
Ich denke, viele Menschen haben Vorurteile gegenüber uns Ausländern, dabei darf man nicht alle in den
gleichen Topf werfen. Meine Lehrstelle hab ich dank meinem Vater gefunden. Ich habe eine Lehre als Reifenpraktiker
absolviert und arbeite seit Kurzem als Lagerist. Findest
du, dass alle Ausländer gleich behandelt werden? Nein,
ich finde, dass die Ausländer, die aus dem Balkan kommen, weniger gut behandelt werden als andere! Was
würdet ihr ändern, wenn ihr noch mal in die Schweiz kommen würdet? Wir
würden von Anfang an schauen, dass uns bei der Sprache geholfen wird. Wenn uns bereits früher mit der
deutschen Sprache geholfen worden wäre, wäre unsere Integration viel besser vor sich gegangen. Möchtest
du in der Schweiz bleiben? Bis jetzt habe ich
nicht vor zurückzugehen, möchte jedoch in meinem Land die ewige Ruhe finden! AUS DEM LEBEN VON NIRUNiru
kam vor 18 Jahren aus Sri Lanka in die Schweiz. Es war ein langer und steiniger Weg. Doch heute fühlt
sie sich in der Schweiz wie zu Hause. Felix
Silvan, Thylaxan Blasubramaniam, Fries Dominik Niru
wurde in Sri Lanka geboren und hatte dort eine Ausbildung als Postangestellte gemacht. Aufgrund des
immer heftiger werdenden Bürgerkriegs war sie gezwungen, zu ihrem Bruder nach Deutschland zu fliehen.
Dort blieben sie nicht lange, weil weder sie noch ihr Bruder (ebenfalls ein Asylant) einen Job fanden
noch sich eingliedern konnten. Also beschlossen sie, es in der Schweiz zu versuchen. Die erste Zeit
mussten sie im Asylantenheim verbringen. Dort fühlte sie sich sehr gut aufgehoben. Um sich verständigen
zu können, sprachen sie Englisch. Nach einem Monat mussten sie sich innerhalb der Schweiz eine andere
Bleibe suchen, weil neue Flüchtlinge kamen und das Asylantenheim überfüllt war. Bekannte aus Sri Lanka
nahmen die beiden bei sich in Bretzwil auf. Ein Freund Nirus organisierte ihr einen Job als Hotelfachangestellte
im Hotel Drei Könige in Basel. Lange konnte sie diesen Job allerdings nicht ausüben, denn der Arbeitsweg
war viel zu lang. So war sie gezwungen, sich selbst eine Arbeit zu suchen. Bei der Firma Clariant fand
sie schliesslich eine Stelle in der Kantine. Die Arbeit gefiel ihr und sie hatte sogar die Möglichkeit,
ein bisschen Deutsch zu lernen. Später erweiterte sie ihre Sprachkenntnisse durch einen Deutschkurs.
Mithilfe der verbesserten Deutschkenntnisse gelang es ihr, in der Schweiz Freundschaften zu schliessen.
Heute spricht sie fliessend Deutsch und fühlt sich in der Schweiz zu Hause. | ||||||||||||||||||||||||||||||||







