EDITORIALLiebe
Leserinnen, liebe LeserDas Bedürfnis nach Sicherheit ist ein häufiger Grund für Auswanderung. Viele Menschen suchen in der neuen Heimat soziale Sicherheit, geschützte Menschenrechte und eine öffentliche Ordnung, die einen selbst und seine Kinder in Sicherheit leben lässt. Unsicherheit zwingt vielerorts Menschen zur Flucht. Wo keine verlässliche Rechtsordnung die Macht kontrolliert, leiden zuerst die Schwachen der Gesellschaft. Soziale Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sind grosse Errungenschaften moderner Staaten. Zu Recht reagiert man in der Schweiz sehr empfindlich, wenn diese durch Missbrauch oder Missachtung verletzt werden. In der vielkulturellen Willensnation Schweiz haben die demokratisch entwickelten Gesetze eine besondere Bedeutung; auch für die Integration. Diese basiert auf den geltenden Grundwerten und der demokratischen Rechtsordnung. Die darauf aufbauende öffentliche Sicherheit und Ordnung entspricht zu Recht einem grossen Bedürfnis der Gesamtbevölkerung. Wenn nun aber die Kriminalstatistik bei den groben Gesetzesverletzungen überproportional viele Ausländer aufführt, ist dieses Sicherheitsbedürfnis doppelt verletzt. Gross ist in diesem Moment auch die Versuchung, aus Verunsicherung politisches Kapital zu schlagen und mit Verallgemeinerungen die Bevölkerung noch mehr zu verunsichern. In dieser Ausgabe der Migrationszeitung MIX geht es um das Gegenteil. Unter anderem nimmt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf Stellung zu den Themen Sicherheit, Ausländerkriminalität und Statistiken. Probleme werden klar benannt, analysiert und von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mit dem Erkennen der Ursachen werden Lösungen gesucht. Wo die Ursachen komplex sind, sind auch die Lösungen nicht einfach. Nicht Schlagworte schaffen Sicherheit, sondern eine offensive Integrationspolitik und ein ganzes Bündel von Massnahmen für die Unterstützung benachteiligter Familien, Frühintegration von Kindern, Prävention bei Jugendlichen und konsequenter Gesetzesvollzug für alle – Einheimische und Zugezogene. Julia Morais für die Integrationsdelegierten | ||||||||||||||||||||||||||||||||






