Die allermeisten Grenzen sind in unseren Köpfen...

Kinder haben noch einen natürlichen Zugang zueinander, über nationale, soziale, kulturelle Grenzen hinweg. Schon bei Teenies wird es dann schwieriger. Bei Erwachsenen setzen sich Vorurteile gerne fest. Diese zweite Nummer der Migrationszeitung behandelt Migrations- und Integrationsfragen in den Bereichen Kindheit, Jugend, Schule. Und sie präsentiert wieder Tatsachen gegen Vorurteile.

Wir leben zusammen – das ist die Realität.

Für Kinder ist es noch kein Problem: das Zusammenleben und -wirken über kulturelle, über nationale und soziale Grenzen hinweg.

In den Köpfen der Kleinen spielt dies alles noch keine grosse Rolle. Sie begegnen sich einfach als Menschenkinder, auf eine natürliche Art. Kinder finden leicht Zugang zueinander. Ihnen ist es egal, was für Pässe ihre Kameraden im (Schul-)Sack haben.

Schon bei Teenagern ist das anders, wird alles schwieriger. Grenzen entstehen oft im Kopf, in der Gefühlswelt. Teenager mit ausländischem Pass, die in der Schweiz leben, müssen damit klarkommen, dass sie zwischen den Kulturen stehen. Sie befinden sich in einer Art kultureller Grauzone; die Kultur, die Umgangsformen ihrer Heimatländer haben sie erst bis zu einem gewissen Grad verinnerlicht. Die Schweizer Kultur ist noch Neuland, gewöhnungsbedürftig.

Sie sind ja auch altersmässig, wie alle Teenies dieser Welt, an einem Punkt, an dem sie sich an ihrer Kultur gewissermassen reiben müssten. Was sie bei uns in der Schweiz antreffen, ist dann allerdings wieder so neu, so fremd eben, dass sie diese Begegnung, diese ganz neuen Lebensumstände oftmals überfordern oder im schlimmsten Fall sogar für einen Moment aus der Bahn werfen.

Das ist ganz normal. Allen, die sich in jungen Jahren einer gänzlich fremden Kultur anpassen müssen, wird es ähnlich ergehen. Jawohl, bei allen Teenagern sind die Reibungsflächen mit der Gesellschaft und ihren Werten besonders gross. Teenager leben immer in einer Zwischenzone, müssen immer um die Anerkennung, das Verständnis der Erwachsenenwelt ringen.

Teenager – auch «die eigenen» – werden von den Erwachsenen oft genug defizit-orientiert wahrgenommen, sind grundsätzlich verdächtig. Umso mehr ist dies natürlich dann der Fall, wenn es sich um Teenies aus anderen Kulturen handelt, die eben auch ganz andere kulturelle, sprachliche, soziale Formen gewohnt sind...

Diese zweite Nummer der Migrationszeitung behandelt Migrations- und Intergrationsfragen in den Bereichen Kindheit, Jugend, Schule. Sie präsentiert Tatsachen gegen Vorurteile. Oder wussten Sie schon – liebe Schweizerinnen und Schweizer –, dass viele unserer Mitbürgerinnen und -bürger mit ausländischen Pässen etwa die Disziplin an unseren Schulen als zu lasch empfinden?
In dieser Ausgabe der Migrationszeitung steht viel über die Integration von ausländischen und fremdsprachigen Kindern und Jugendlichen, auch über die Probleme, die damit verbunden sind.

An erster Stelle aber soll mit allerlei Vorurteilen und Missverständnissen aufgeräumt werden. Transparenz wirkt oft Wunder. Denn nur die klare, tolerante Sicht aufeinander ermöglicht ein fruchtbares Zusammenleben – auch für die Zukunft. Und unsere Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft!

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