Tatsachen gegen
Vorurteile
Im
Jahre 2000 starteten die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft erstmals eine bikantonale Kampagne
unter dem Titel „Tatsachen gegen Vorurteile“ mit dem erklärten Ziel, die breite Bevölkerung zu einer
offenen und differenzierten Auseinandersetzung mit Integrationsfragen zu motivieren. Von 2000 bis 2005
wurden 11 Ausgaben der Migrations-Zeitung und grossformatige Anzeigen in den Tageszeitungen der Kantone
und einigen anderen überregionalen Medien realisiert. |
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Jeder weiss, was Rassismus ist. Aber gibt
es überhaupt Menschenrassen?
Die Unterschiede zwischen den Menschen
sind effektiv so geringfügig, dass man in der Anthropologie (Menschenkunde) heute nicht mehr von Rassen
spricht, sondern von typologischen Kategorien. Man unterscheidet Europide, Mongolide, Indianide, Negride,
Australide, Pygmide und Polyneside. Wobei sich die Gelehrten hier keineswegs einig sind. Kommt hinzu,
dass sich die Gruppen seit Urzeiten untereinander vermischt haben.
Unterschiede
haben sich nur in der Hautfarbe herausgebildet – durch die verschieden starke Sonneneinstrahlung, in
der Wärmeregulation und in einigen Blutmerkmalen. Ferner gibt es Unterschiede in der Kopf- und Körperform,
bei den Haaren sowie in der durchschnittlichen Grösse des «homo sapiens». Das ist so ziemlich alles.
Die
Feststellung dieser Unterschiede ist kein Rassismus – wohl aber die durch nichts zu beweisende Behauptung,
dass eine Gruppe intelligenter oder aus irgendeinem Grund einer anderen von Natur aus überlegen sei.
Solche Theorien entstanden vor allem in der Kolonialzeit, um die Unterdrückung der Bevölkerung in den
eroberten Gebieten zu rechtfertigen. Ihren furchtbarsten Ausdruck fanden sie im Nationalsozialismus,
der eine «arische» Rasse konstruierte, die es nie gab – ebensowenig wie eine jüdische oder eine semitische.
(Die Arier waren eine indische Oberschicht mit indogermanischer Sprache, die Juden sind ein Volk und/oder
eine Religionsgemeinschaft und die Semiten sind eine Sprachgruppe.)
Es
gibt in der Schweiz ein Anti-Rassismus-Gesetz, das die Diskriminierung von Menschen wegen ihrer Herkunft,
Hautfarbe, Nationalität oder Religion verbietet. Ob es seinen guten Zweck erfüllt, wird sich erst zeigen.
Aber viel wichtiger als dieses Gesetz ist die ganz einfache Erkenntnis, die man jedem Kind erklären
kann und sollte:
Dass Hautfarbe und Herkunft nicht über
den Wert eines Menschen bestimmen, sondern einzig und allein sein Verhalten
gegenüber den Mitmenschen.
Tatsachen
gegen Vorurteile. Ein
Beitrag der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft zu sachlichen Diskussion im Umgang mit Menschen. |
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