Tatsachen gegen
Vorurteile
Im
Jahre 2000 starteten die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft erstmals eine bikantonale Kampagne
unter dem Titel „Tatsachen gegen Vorurteile“ mit dem erklärten Ziel, die breite Bevölkerung zu einer
offenen und differenzierten Auseinandersetzung mit Integrationsfragen zu motivieren. Von 2000 bis 2005
wurden 11 Ausgaben der Migrations-Zeitung und grossformatige Anzeigen in den Tageszeitungen der Kantone
und einigen anderen überregionalen Medien realisiert. |
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Hut ab in der Kirche. Hut auf in der Synagoge. Schuhe
aus in der
Moschee.
Und Respekt für alle.
Die drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam - deren
Anhänger an einen einzigen und unsichtbaren Gott glauben - haben viele ähnliche
Bräuche, Regeln und Feste. Aber auch Hinduismus und Buddhismus sind uns gar nicht so
fremd.
Wenn die Christen im Dezember die Kerzen des Adventskranzes anzünden, werden bei
jüdischen Familien nach und nach die acht Kerzen des Chanukka-Leuchters
angezündet - zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem. Wenn
der Rabbi am Sabbat aus der Thora vorliest, dann sind das die fünf Bücher Mose -
nichts anderes.
Die christliche Fastenzeit und der islamische Ramadan sind eine Zeit der Besinnung und der
Reinigung. Aber auch Hinduismus und Buddhismus kennen strenge Fastengebote. Und unsere
Dreifaltigkeit? Sie findet sich bereits in der ältesten Weltreligion, dem Hinduismus
in der Dreigestalt von Vishnu, Brahma und Shiva. Und auch Siddharta Gautama - Buddha -
wurde der Überlieferung nach über 500 Jahre vor Jesus von einer Jungfrau
geboren.
In vielen Familien hierzulande werden Festtage verschiedener Religionen gefeiert. Weil die
Eltern verschiedenen Religionen angehören. Oder weil viele Migranten-Familien sowohl
die Feiertage ihres Herkunftslandes als auch jene ihrer neuen Heimat feiern. Diese Feste
werden dabei nicht weniger fröhlich oder besinnlich gefeiert - und andersgläubig
ist doch auch gläubig.
Also laden Sie doch Ihre muslimischen Nachbarn zum Weihnachtsbraten ein - ohne
Schweinefleisch. Oder bitten Sie die freundlichen Inder vom Feinkostladen um die Ecke, mit
Ihnen Chanukka zu begehen. Und lassen Sie Ihre Tochter ruhig mit ihrer türkischen
Freundin das islamische Zuckerfest feiern.
Wer sich mit anderen Religionen beschäftigt, wird seinen Glauben nicht verlieren.
Aber jenen an das Gute im Menschen bestärken.
Schalom, Salaam, Sali zämme.
Tatsachen
gegen Vorurteile. Ein Beitrag der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft
zu sachlichen Diskussion im Umgang mit Menschen. |
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