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 Wichtige politische Entscheide zur Integrationspolitik sind in den letzten Monaten
gefallen. Der Grosse Rat hat an einer denkwürdigen Sitzung am 17. Januar 2001 einen
Bericht zum regierungsrätlichen Integrationsleitbild beraten und sich damit eingehend
mit der kantonalen Integrationspolitik auseinander gesetzt. Der Bericht, von einer
grossrätlichen Kommission unter dem Präsidium von Andrea Büchler
erarbeitet, wurde mehrfach gelobt und schliesslich zustimmend zur Kenntnis genommen. Er
begrüsst die Neuausrichtung der Integrationspolitik, verlangt die rasche und
sorgfältige Umsetzung der Integrationsmassnahmen und unterstützt die umfassende
Koordination. Die rasche Umsetzung soll von intensiver Informationsarbeit begleitet und
zur Abstützung soll ein Integrationsgesetz geschaffen werden. Eine entsprechende
Motion wurde im Grossen Rat am 25. April beraten und auf Antrag des Regierungsrates in
einen weniger verbindlichen Anzug umgewandelt. Dieser wurde mit 78 zu 10 Stimmen
überwiesen. Ebenfalls deutlich wurde ein Anzug zur Einführung des
Frühkindergartens überwiesen. Frühkindergärten (ab 3. Lebensjahr)
gelten als erfolgsversprechende Massnahme zur Gleichstellung der Geschlechter in der
Arbeitswelt, zur Integration (rechtzeitiger Spracherwerb) und Gewaltprävention (durch
frühe begleitete Sozialisation). Studien schätzen den volkswirtschaftlichen
Nutzen auf das Vierfache der Investitionen. Am 15. Mai hat der Regierungsrat zudem die neu
formierte Migrations- und Integrationskommission gewählt (siehe Bericht auf dieser
Seite). Sie wird die kantonale Migrations- und Integrationspolitik während der
nächsten vier Jahre kritisch und hoffentlich innovativ begleiten.
Aber auch die Landgemeinden sind aktiv. Im übersichtlichen Bettingen ist Integration
Alltag, Nicht-Schweizer/innen werden ebenso an die Gemeindeversammlungen zur Diskussion
eingeladen wie die Schweizer/innen. Einzige Unterschiede: Die ausländischen
Mitbewohner/innen werden haushaltweise und mit andersfarbigen Couverts eingeladen
und gesetzesbedingt fehlt ihnen das entscheidende Stimmrecht. Der Gemeinderat Riehen
wiederum hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um ein massgeschneidertes Integrationsleitbild
für Riehen zu entwerfen. Der kantonale Integrationsdelegierte Thomas Kessler wird
selbstverständlich daran mitarbeiten. Viele Kantone und Städte fragen um Rat
nach; einzelne Städte, wie etwa Dornbirn (A), übernehmen die Basler
Integrationspolitik integral. Täglich treffen Bestellungen für das Basler
Leitbild ein, inzwischen sind es über 4000 (Bezug: Tel. 267 70 45). Kanton und Stadt
Luzern haben seit Jahresbeginn auch Integrationsbeauftragte, im Kanton Luzern ist es Herr
Hansjörg Vogel, der ehemalige Bischof des Bistums Basel. Vom Bodensee bis nach Genf
werden Integrationskonzepte entwickelt, in Genf in Verbindung mit einem
Integrationsgesetz.
Der Bund wiederum hat bis Mitte Juni rund 400 Gesuche für die Unterstützung von
Integrationsprojekten aus der ganzen Schweiz bearbeitet. Bekanntlich wurden für diese
wichtige Staatsaufgabe ganze 10 Millionen Fr. ins Bundesbudget 2001 aufgenommen. Die
Gesuche aus Basel sind dabei durch hohe Sorgfalt aufgefallen, fast alle erhalten den
ganzen oder teilweisen Gesuchsbetrag. Die Eingabefrist für 2002 wird voraussichtlich
auf Ende September 2001 festgesetzt. Gesuchsteller/innen lassen sich mit Vorteil schon
jetzt von den Behörden beraten (beim PMD, Koordination: Tel. 267 78 40; beim WSD,
Subventionen/Controlling Tel. 267 69 04).
Nachdem die theoretische und politische Aufbauarbeit für die kantonale
Integrationspolitik weitgehend geleistet ist, steht in Basel-Stadt jetzt ganz die
zügige Umsetzung der Integrationsmassnahmen im Vordergrund. Die ganze
Bevölkerung soll möglichst bald spüren, dass es in guter Richtung
vorwärts geht. Die regierungsrätliche Delegation Integration, bestehend aus den
Regierungsräten Jörg Schild (Präsident), Dr. Christoph Eymann und Dr. Ralph
Lewin, hat am 17. Mai 2001 die Schwerpunkte der Umsetzung bestimmt, Zuständigkeiten
geklärt und das Controlling geprüft. Priorität haben grundsätzlich
Bildungsprojekte, bei welchen erheblicher Nachholbedarf besteht. Die Federführung
für die Erwachsenenbildung hat das Erziehungsdepartement (ED). Bei der
Integrationsbildung ist ausdrücklich eine enge Koordination mit dem Wirtschafts- und
Sozialdepartement (WSD), namentlich mit dem Amt für Berufsbildung, beschlossen
worden. Für 2002 ist eine Fachstelle für Integrationsbildung geplant. Die
Anbieter von Deutsch- und Integrationskursen sind an einer Informationsveranstaltung am
19. Juni 2001 näher informiert worden. Im ED sind die Vorschläge der
Arbeitsgruppe Integrationspädagogik (Vorsitz: Frau Stefanie Vitelli) zur Umsetzung
des Integrationsleitbilds im Schulbereich vom Vorsteher ED, Herrn Regierungsrat Dr.
Christoph Eymann, genehmigt worden; die Massnahmen sollen nun umgesetzt werden.
Die «Philosophie» der Integrationspolitik, möglichst erfolgreiches
Fördern und Forden ab Zuzug nach Basel, wird im neuen Begrüssungskonzept konkret
umgesetzt. Ab 1. Juli 2001 erhalten alle fremdsprachigen Zuzüger/innen bei der
Anmeldung nicht nur die üblichen Unterlagen, sondern auch eine erste Kurzberatung zu
den Deutsch- und Integrationskursen. In acht Sprachen sind die entsprechenden
Grundinformationen verfügbar, im Wartesaal der Einwohnerdienste liegen die
Dokumentationen aller Sprachschulen auf (siehe Kasten auf Seite 6). Auch in den Quartieren
beginnt die Kombination von Zuzügerbegrüssung und Deutschlernen zu greifen. Das
Schulungszentrum K5 startet im Herbst mit entsprechenden Kursen für zugezogene
Frauen, die Schule ECAP und das Projekt «Lernen im Park» erweitern ihre
Angebote ebenfalls. Der zweite Begrüssungsanlass für Neuzugezogene fand am 22.
Juni 2001 im Gundeli-Quartier statt; referiert hat unter anderem der Präsident des
Grossen Rates, Herr Peter A. Zahn.
Die Christoph Merian Stiftung (CMS) engagiert sich stark für die rasche Integration
der Zuziehenden, so unter anderem auch mit der Finanzierung eines Informationsfilms. Die
Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige (GGG) andererseits realisiert diesen
Herbst eine neue Dienstleistung für die gesamte Öffentlichkeit und die
Ausländer/innen, die Info- und Dokumentationszentrale Integration. Zusammen mit
Kanton und Bund wird eine moderne Informations- und Vernetzungsdrehscheibe entstehen, die
die vielfältigen Informationsbedürfnisse von Interessierten, Migranten/-innen
und Vereinen ausserhalb der kantonalen Verwaltung abdeckt. Am 29. Mai schliesslich hat der
Regierungsrat das Projekt «Integrale Aufwertung Kleinbasel» (IAK) offiziell
lanciert. Die umfassende Quartierentwicklung Kleinbasel wird nun konkret. Eine intensive
Öffentlichkeitsarbeit wird das Gesamtprojekt und die einzelnen Massnahmen begleiten.
Eine Zwischenbilanz der Konfliktmediation in der Nachbarschaft, dem Projekt STREIT.LOS,
liegt nach sechs Monaten Erfahrung vor. Die Hotline des Projekts, Tel. 317 66 70, ist noch
zu wenig bekannt (siehe auch Seite 5), viele Meldungen treffen per Brief oder Mail ein.
Die Bewohner/innen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft können diese
Dienstleitung kostenlos in Anspruch nehmen. Sie dient vor allem der konstruktiven
Schlichtung von Nachbarschaftskonflikten.
Der diesjährige Integrationspreis der Evangelisch-reformierten Kirche, der
Römisch-katholischen Kirche, der CMS und von Novartis ging dieses Jahr
stellvertretend für alle Primarschulen an das Bläsi-Schulhaus im
Matthäus-Quartier. Dort wird seit je von Lehrkräften, Eltern und Kindern
vorbildliche Integrationsarbeit geleistet, und trotzdem leiden viele Eltern unter dem
(Vor-)- Urteil, im Bläsi sei das Dasein wesentlich schwieriger als anderswo.
Beeindruckend sind über den Schulalltag hinaus die musikalischen und sozialen
Sonderleistungen, die erbracht werden so zum Beispiel vom multikulturellen
Kinderchor KOLIBRI unter Leitung von Sabine Wöhrle (getragen vom Verein für
Jugendarbeit) oder durch «D'Bläsi-Opere» von Christoph Zacher.
Überhaupt wird im Kleinbasel und im ganzen Kanton von vielen Vereinen, Institutionen
und Bewegungen still und stetig Integration gelebt und geleistet von Krippen,
Bibliotheken (z.B. JUKIBU), Sportclubs bis zur Seniorenhilfe der Kirchen, Pro Senectute
und des Bundes (Informationen: www.alter-migration.ch). Die Basler Jugendzeitschrift
für Politik und Kultur «Szenario» befasst sich in der aktuellen Ausgabe
unter anderem auch mit der Integration. Wir werden in der weiteren
Öffentlichkeitsarbeit vertieft auf die vielfältige bestehende Integrationsarbeit
eingehen. In dieser Ausgabe der Migrationszeitung steht jedoch die Wirtschaft im
Vordergrund; Arbeitssuche und Unternehmergeist kennzeichnen seit je die Wanderung von
Menschen auf dieser Welt. Erfolgreiche Integration ist stets mit persönlicher und
beruflicher Entfaltung verbunden und mit sozialen Aufstiegsperspektiven.
Kantonale Anlaufstelle zur Bearbeitung von Konfliktfällen und Beanstandungen
betreffend rassistische Diskriminierung
Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) hat im Mai 1999 den
Kantonsregierungen vorgeschlagen, «Anlaufstellen zur Bearbeitung von
Konfliktfällen und Beanstandungen betr. rassistische Diskriminierung» zu
schaffen, mit dem langfristigen Ziel, ein gesamtschweizerisches Netzwerk aufzubauen. Als
erster Kanton hat Basel-Stadt gehandelt und am 24. August 1999 den Integrationsdelegierten
mit der Führung einer solchen Anlaufstelle beauftragt. Diese arbeitet eng mit dem
Ombudsmann und allen weiteren Beratungs- und Anlaufstellen zusammen, sodass die
Koordination stets gewährleistet ist. Die meisten Meldungen betreffen den so
genannten «Graubereich», oft subtile oder indirekte Diskriminierungen, die
gesetzlich nicht erfasst sind. Probleme im öffentlichen Raum, auf dem Wohnungs- und
Arbeitsmarkt, aber auch ungleiche Behandlung durch Überbetreuung und anonyme
Zuschriften werden gemeldet. Meistens lassen sich die Konflikte durch telefonische
Beratung und Vermittlung lösen, selten müssen dazu Sitzungen durchgeführt
werden. Es hat sich gezeigt, dass die Anlaufstelle eine Lücke zwischen allgemeiner
Beratung und gesetzlicher Verfolgung schliesst. Die Anlaufstelle erkennt Trends
frühzeitig und kann im Einzelfall unbürokratisch helfen.
Detaillierte Informationen zur Basler Anti-Rassismus-Politik und der Anlaufstelle sind im
Bulletin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, TANGRAM Nr. 9, S. 49ff.,
enthalten.
Bezug: Tel. 031 324 13 31, Fax 031 322 44 37, E-Mail michele.galizia@gs-edi.admin.ch
Anlaufstelle rassistische Diskriminierung:
Thomas Kessler, PMD, 4001 Basel, Tel. 267 78 40, Fax 267 78 39, E-Mail thomas.kessler@pmd.bs.ch / www.welcome-to-basel.bs.ch
Die neue Migrations- und Integrationskommission
Der Regierungsrat hat am 15. Mai 2001 die Mitglieder der neu zusammengesetzten Migrations-
und Integrationskommission gewählt. Sie besteht inklusive des Präsidenten aus
elf Mitgliedern und ist damit nur noch halb so gross wie die «alte». In der
vergangenen Legislaturperiode (19972001) arbeiteten 22 Mitglieder aus Politik,
Verwaltung, Beratung, Schule, Hilfswerken und Verbänden an den Grundlagen und
Massnahmen der Integrationspolitik mit, wie sie nun im Leitbild festgeschrieben sind und
zügig umgesetzt werden sollen.
Für die neue Legislaturperiode 20012005 hat der Regierungsrat das Pflichtenheft
der Kommission ganz auf die unabhängige, kritische und innovative Begleitung der
gesamten kantonalen Migrations- und Integrationspolitik ausgerichtet. Die Kommission soll
frei alle Aspekte hinterfragen und kommentieren können, zudem kann sie über
ihren Präsidenten, Regierungsrat Jörg Schild, direkt Vorschläge in die
Regierung, die Departemente oder in einzelne Gremien einbringen. Sie verfügt
über ein Vorschlagsrecht.
Dementsprechend wurden die Kriterien für die Auswahl der Mitglieder festgelegt: Sie
sollten neben den notwendigen Kenntnissen und Interessen idealerweise über eigene
Migrationserfahrung verfügen, verwaltungsunabhängig sein, die
Bevölkerungsstruktur Basels spiegeln und auch vom Wohnort her ein Abbild geben.
Fünf Mitglieder der «alten» Kommission wurden nochmals gewählt, die
Damen Gülsen Oeztürk und Dr. Luciana Rovis sowie die Herren lic. phil. Heinz
Hermann Baumgarten, Dr. Geza Teleki und Walter Studer, erstmals gewählt wurden die
Damen Julia Morais, lic. iur. Nora Refaeil und Nicola Stingelin sowie die Herren Prof. Dr.
Andreas Nidecker und Daniel Ordas. Mit Frau Julia Morais ist gleichzeitig die Kooperation
mit Basel-Landschaft institutionalisiert worden; sie besetzt die Stabsstelle für
Integration bei der Erziehungs- und Kulturdirektion Basel-Landschaft.
Die Kommission wird vom Integrationsdelegierten Thomas Kessler und seiner Mitarbeiterin
lic. iur. Angela Bryner betreut.
Anschrift: Kommission für Migrations- und Integrationsfragen, PMD, 4001 Basel, Tel.
267 78 40 und 267 70 45, Fax 267 78 39, E-Mail: thomas.kessler@pmd.bs.ch
Mitglieder der Kommission für Migrations- und Integrationsfragen
Von links: Thomas Kessler, Julia Morais, lic. iur. Angela Bryner, Dr. Geza Teleki, lic.
iur. Nora Refaeil, Daniel Ordas, Nicola Stingelin, Dr. Luciana Rovis, Heinz Baumgarten,
Gülsen Oeztürk. Auf dem Bild fehlen RR Jörg Schild, Prof. Dr. Andreas
Nidecker, Walter Studer.
Grosses Angebot an Deutschkursen in BS und BL
In den Kantonen BS und BL gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, Deutsch zu
lernen. Um individuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen, gibt es Kurse, die auf
Vorwissen, Einkommen, Geschlecht usw. ausgerichtet sind.
Baselstadt
www.welcome-to-basel.bs.ch/sprachkurse
Baselland
Ausländerdienst BL, Dialogica AG, Bahnhofstr. 16, 4133 Pratteln, 827 99 00 und
St. Jakobs-Str. 1, 4132 Muttenz, 312 98 97
Gewerblich-Industrielle Berufsschule, Mühlemattstr. 34, 4410 Liestal, 906 88 08 und
Gewerblich-Industrielle Berufsschule, Gründenstr. 46, 4132 Muttenz, 467 88 88
Gepards Sprachschule, Margarethenstr. 7, 4450 Sissach, 973 20 80
KV Liestal, Obergestadeck 21, 4410 Liestal, 926 25 50
Sprachschule Booz Liestal, Bahnhofplatz 9, 4410 Liestal, 921 28 28, Strudel, Postfach ,
4153 Reinach, 713 08 01
Einzelunterricht oder
Kleingruppen:
Augstburger Mathis Eva, In den Hagebuchen 8, 4144 Arlesheim, 702 25 47
Dill Lingua, Teichweg 5, 4422 Arisdorf, 813 03 70
Deutsch auf Gemeindeebene:
Grellingen: Deutsch für Frauen, Liestal: Deutsch für Frauen, Pratteln: Deutsch
für Frauen
(ab Oktober 2001), 827 99 00
Machen Sie doch auch Ihre fremdsprachigen Freunde und Bekannten auf diese flexiblen
Angebote aufmerksam, damit sie davon profitieren können.
STREIT.LOS auf VOLLEN TOUREN
Was lange währt... wird nicht immer gut! Gerade bei Streit zwischen Nachbarn und bei
Quartierkonflikten bringt die Zeit alleine oft keine Besserung der Situation. Im
Gegenteil.
Seit einigen Monaten kümmert sich nun in Basel STREIT.LOS um diese Fragen. Mit
Erfolg. STREIT.LOS ist ein Team von 17 Mediatoren und Mediatorinnen, die gezielt geschult
worden sind, bei solchen Konflikten einzugreifen und Abhilfe zu schaffen. Das Projekt wird
von den beiden Konfliktberatern Hans-Jörg Beutter und Nigel Stephenson geleitet.
Das Ziel ist nicht Friede und Freude, sondern jeweils zusammen mit den Konfliktparteien
konstruktive und nachhaltige Lösungen zu einem bestehenden Problem zu erarbeiten.
Wenn zum Schluss doch ein Eierkuchen auf dem Tisch steht, umso besser.
Die Dienste von STREIT.LOS sind für die Betroffenen kostenlos. Was es braucht, ist
der Wunsch, etwas zu verändern, Freiwilligkeit und Vertraulichkeit.
Und zuallererst ein Anruf bei der
Hotline: 317 66 70
Lehrabschluss für Erwachsene ohne Berufslehre: Der Artikel 41 des
Berufsbildungsgesetzes (BBG)
Erwachsene, die sich in der Schweiz in einem gewerblich-industriellen oder
kaufmännischen Beruf bewährt haben, können die Lehrabschlussprüfung
nachholen.
Der Artikel 41 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes, der die Zulassung zur
Lehrabschlussprüfung regelt, lautet folgendermassen: «Mündige Personen,
die den Beruf nach diesem Gesetz (dem Berufsbildungsgesetz eben) erlernt haben, werden zur
Lehrabschlussprüfung zugelassen, wenn sie mindestens anderthalbmal so lange im Beruf
gearbeitet haben, als die vorgeschriebene Lehrzeit beträgt. Sie müssen sich
ausserdem darüber ausweisen, dass sie den beruflichen Unterricht besucht oder die
Berufskenntnisse auf andere Weise erworben haben.»
Die Vorbereitung auf so eine Lehrabschlussprüfung erfordert in der Regel
mehrjährige zusätzliche also nebenberufliche/berufsbegleitende
Leistungsbereitschaft. (Teilzeitarbeit wird übrigens in begründeten Fällen
zu einem höheren Beschäftigungsgrad an die geforderte Dauer angerechnet.)
Um die Lehrabschlussprüfung bestehen zu können, muss man eben auch über die
im eidgenössischen Ausbildungs- und Prüfungsreglement festgehaltenen
theoretischen Kenntnisse des gewünschten Berufes verfügen. Dafür sind gute
Deutschkenntnisse unerlässlich, da Kurse und Prüfungen bei allen Berufen in
deutscher Sprache erfolgen!
Infos zum Thema gibt es beim Amt für Berufsbildung und Berufsberatung. Utengasse 36,
4005 Basel, Tel. 267 88 12.
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