Das Forum für Integrations- und Migrationsfragen

...ist eine regierungsrätliche Kommission, die zur Aufgabe hat, integrationsfördernde Massnahmen und Projekte zu Handen des Regierungsrates zu prüfen und Konzepte in seinem Auftrag zu erarbeiten. Es versteht sich als Plattform für die Diskussion relevanter Themen in einem Kreis von Personen aus verschiedenen Bereichen, denen sowohl Vertreterinnen und Vertreter ausländischer wie auch schweizerischer Gruppierungen angehören. Weiterhin nimmt es Stellung zu Vernehmlassungen von Bund und Kanton und prüft neue Projektgesuche im Integrationsbereich. Das Forum arbeitet in themenbezogenen Arbeitsgruppen autonom.

Die Mitglieder des Forums für Integrationsfragen: Von links nach rechts erste Reihe: Muriel Degen (Jugendrat), Thileepan Thuraisamy (Sri Lanka), Franziska Wohlgemuth (Schulleitung), Emine Meral (Türkei), Dr. Abazi (Kosovo), Nella Sempio (Italien), Ibon Ugalde (Spanien). Von links nach rechts zweite Reihe: Verena Brönnimann (Interkulturelle Pädagogik), Urs Wüthrich (Gewerkschaftsbund), Regula Oliveira (Fremdenpolizei), Lilly Senn (VSO BL), Harry Widmer (Ausländerdienst), Julia Morais (Stabsstelle für Integrationsfragen), Oskar Stöcklin (Präsident des Forums), Emil Kessler (Kiga), Felix Imhof (Gemeindepräsidentenverband BL), Eunice Carvalho (Portugal), Christoph Bossart (Caritas). Auf dem Foto fehlen: Frau Heidy Strub (evang.-ref. Kirchen, BL) und Frau Beatrix Fückiger (Gewerbeverband). Foto: Spiess

Neue Projekte im Kanton
Für den Schulerfolg der Kinder ist die Zusammenarbeit mit den Eltern von grosser Bedeutung. Eltern, die den Kindern vermitteln, dass Bildung ein wichtiges Gut ist, haben in ihren Kindern den Samen zu einem guten Schulerfolg gesetzt. Es kann nicht genug darauf hingewiesen werden, dass die positive Haltung der Eltern zur Schule und zur Bildung einen grossen Einfluss auf das Lernen der Kinder hat. Dies gilt für alle Eltern. Für die Migrantinnen- und Migranteneltern ist es weit schwieriger als für Schweizer Eltern, diese Haltung zu vertreten, weil sie oft das Schulsystem, das Menschenbild, das hinter dem Handeln der Lehrerinnen und Lehrer steht, und verschiedenes anderes mehr nicht verstehen. Sie bilden sich Meinungen und erinnern sich an Bilder aus ihren eigenen Schulerfahrungen im Heimatland.
Dies führt oft zu Missverständnissen und Vorurteilen. Im Wissen um diese Schwierigkeiten hat sich die Arbeitsgruppe «Bildung» des Forums für Integrations- und Migrationsfragen, gestützt auf ein Pilotprojekt der Drehscheibe Sri Lanka von Internetz (Vernetzungsprojekt beider Basel), zum Ziel gesetzt, die Eltern aus der Migrationsbevölkerung mit Hilfe von Schweizer Lehrpersonen und Mediatorinnen oder Mediatoren in ihrer Heimatsprache zu wichtigen Themen der basellandschaftlichen Schule zu informieren. Dies geschieht mit jeweils einer Grossveranstaltung und mit nachfolgenden Gesprächsabenden in kleineren Gruppen. Die Treffen finden gemeindeübergreifend an zentralen Orten statt. Im November startete das Projekt mit tamilischen Eltern in Liestal. Das Konzept sieht bewusst vor, die Eltern in ihrer Heimatsprache zu informieren. Einerseits ist damit die Gewähr da, dass alle die Informationen richtig verstanden haben. Andererseits drücken wir mit diesem Vorgehen unseren Respekt vor ihrer Sprache und Kultur aus. Wir gehen davon aus, dass sich bei den Erwachsenen der gleiche Effekt einstellt wie bei den Kindern. Bei diesen machen wir die Erfahrung, dass ihnen die Integration leichter fällt, wenn ihrer heimatlichen Sprache und Kultur von der Schweizer Schule mit Respekt und Achtung begegnet wird.

Wo müssen neue Projektgesuche im Kanton Basel-Landschaft eingegeben werden? Alle neuen Projektgesuche im Integrationsbereich werden gerichtet an: Erziehungs- und Kulturdirektion, Stabsstelle für Integrations- und Migrationsfragen,
Julia Morais, Rheinstrasse 31, 4410 Liestal, Tel. 061 925 60 44.
Die Projektanbieter müssen für ihre Eingabe speziell erarbeitete Formulare bei der Stabsstelle für Integrationsfragen beziehen.
Als prioritär subventionswürdig werden Projekte erachtet, welche die sprachlichen, beruflichen und sozialen Kompetenzen fördern, die das friedliche Zusammenleben  fördern, welche die Gesundheit der ausländischen Bevölkerung fördern, welche Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

Ausländerdienst
Koordination in Integrations- und Migrationsfragen. Der Auftrag beinhaltet u.a. die Funktion als Informationsdrehscheibe für schweizerische und ausländische Organisationen, Sozialwerke, Gemeinden und Verwaltungsstellen sowie die Vernetzung der entsprechenden Institutionen. Umgesetzt wird diese Aufgabe wie folgt:
1. Einrichtung der «Infostelle Migration» an der Bahnhofstrasse 16 (Parterre) in Pratteln. Diese Stelle ist vorerst jeweils montags von 9.00 bis 12.00 Uhr besetzt. Unter der Nummer 061 827 99 12 werden auch telefonisch Auskünfte zu migrationsspezifischen Fragen erteilt.
2. Aufbau einer Datenbank, welche ein breites Angebot von Dienstleistungen von und für die Migrationsbevölkerung beinhaltet. In Zusammenarbeit mit dem Projekt Internetz entsteht diese Datenbank unter dem Namen «infonet.migration». Dadurch wird sie in beiden Kantonen gleichzeitig verankert. Einerseits können sich Migrantinnen und Migranten direkt und unkompliziert eine Übersicht des Angebotes im Migrationsbereich verschaffen und ihre eigenen Leistungen und Angebote besser zur Geltung bringen. Andererseits können soziale und kulturelle Einrichtungen beider Basel, Schulen und Behörden Kontakte zu Schlüsselpersonen aus der Migrationsbevölkerung finden.
Einen wichtigen Teil bei der Adresssuche übernehmen die interkulturellen Mediatorinnen und Mediatoren aus den verschiedenen in der Region Basel stark vertretenen Ausländergruppen. Sie verfügen über einen guten Draht zu ihren Landsleuten und deren Vereine sowie zu Fachleuten. Der Eintrag in die Datenbank ist kostenlos und mit keinen weiteren Bedingungen verbunden.

Lehrgang für Mediatorinnen und Mediatoren:
Schwerpunkt Beratung
Getragen von der Gesundheitsförderung Baselland und dem Vernetzungsprojekt Internetz, hat der Ausländerdienst Baselland die Trägerschaft des Projektes übernommen. Der Abschluss des ersten Lehrgangs erfolgte im Juni 2000. Ziele: Migrantinnen sollen Informationen erhalten, damit sie Triagefunktionen übernehmen und ihre Landsleute mit vorhandenen Hilfsprogrammen und Beratungsstellen in Kontakt bringen können. Sie sollen Hilfestellungen erhalten, Landsleute in Krisen zu begleiten, ohne sich dabei zu überfordern. Sie sollen mit einem Netz von Beraterinnen und Beratern zusammenarbeiten können, um sich nicht allein mit der Not der Landsleute konfrontiert zu sehen.

Kontaktadressen
Geschäftsstelle Pratteln, Bahnhofstrasse 16, 4133 Pratteln 1, Tel. 061 827 99 00, Fax 061 827 99 09 E-Mail: info@auslaenderdienstbl.ch
Beratungsdienst
Tel. 061 827 99 10, Fax 061 827 99 11
Infostelle Migration
Tel. 061 827 99 12, Fax 061 827 99 11 E-Mail: info@infonetmigration.ch
Zweigstelle Laufen
Vorstadtplatz 2, 4242 Laufen
Tel. 061 761 23 80, Fax 061 827 99 11

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